Das Pretziener Wehr

Aufgabe Öffnungen Hochwasser
Europas größtes Schützentafelwehr in Pretzien - Das Pretziener Wehr
Bis in die Jahre 1865 sind in unserer Gegend teilweise katastrophale Hochwasserschäden entstanden, deshalb erfolgte 1869 ein Beschluss der Preußischen Regierung zum Bau des Pretziener Wehres und des Elbe-Umflutkanals. Zwischen 1871 und 1875 wurde das Wehr dann überwiegend von italienischen Bauarbeitern und französischen Kriegsgefangenen erbaut. Es zählt zu den größten Schützentafelwehren Europas. Das Wehr steht auf einem 162,8 m langem, 7,50 m breitem und 3,80 m hohem Fundament und hat eine nutzbare Durchflussbreite von 112,95 m. Es hat zehn gemauerte Stützpfeiler mit dazwischen neun Jochöffnungen, in denen sich je 36 Schützentafeln (schweres Eisenblech mit Rahmen) befinden, jede Einzelne wiegt um die 100 Kilogramm. Heute werden die Platten bei Hochwasser mit Hilfe von Elektromotoren über Seilwinden hochgezogen, früher geschah das noch von Hand.
Wehr bei Hochwasser der Elbe im voll geöffneten Zustand
Das Wehr wird bei einem Pegelstand der Elbe von 5,92 m am Messpunkt Barby (Elbe) geöffnet. Mittels eines rechnergesteuerten Elbemodells wird eine zuverlässige Wasserstandsvorhersage erreicht und über die Öffnung des Pretziener Wehres entschieden. Nach Abfluss des Hochwassers wird das Wehr bei einem Pegelstand der Elbe von 5,25 m am Messpunkt Barby wieder geschlossen. Die Baukosten betrugen für damalige Verhältnisse eine stolze Summe von 4,4 Millionen Mark. Ein Modell im Maßstab 1:10 befindet sich heute im Technikmuseum in Berlin, es erhielt auf der Weltausstellung 1889 in Paris eine Goldmedaille. Auf dem unteren Bild sehen Sie das Pretziener Wehr bei Hochwasser der Elbe im voll geöffneten Zustand am Abend.

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